Energieproduktion
Energiezentrale Buech
Um den wachsenden Bedarf an Fernwärme decken zu können, plant Energie Wasser Bern in Buech im Westen von Bern eine Energiezentrale. Sie wird im Sommer Wärme aus der Kehrichtverwertung im Boden speichern – und im Winter wieder ans Fernwärmenetz zurückgeben. Das Projekt ist ein wichtiger und innovativer Baustein auf dem Weg zu einer klimaschonenden Wärmeversorgung Berns. Ab Februar 2026 werden auf den Parzellen des geplanten Erdsondenspeichers Probebohrungen durchgeführt, um die Struktur des Bodens zu erkunden.
Warum ein Wärmespeicher?
Während die Abwärme aus der Kehrichtverwertung über das ganze Jahr mehr oder weniger konstant anfällt, ist der Wärmebedarf im Sommer naturgemäss tief und im Winter hoch. Wie lässt sich also die im Sommer überschüssige Wärme möglichst verlustfrei bis zum Winter zwischenspeichern? Um auf diese Frage clevere Antworten zu finden, tüfteln Energieversorgungsunternehmen, Hochschulen oder Start-ups schweizweit an innovativen Projekten. Mit der Energiezentrale in Buech im Westen von Bern lanciert Energie Wasser Bern ein entsprechendes, innovatives Konzept.
So funktioniert die Energiezentrale Buech
Für die Realisierung des saisonalen Wärmespeichers werden Erdsonden, wie sie auch bei Einfamilienhäusern eingesetzt werden, zu Erdsondenfeldern gebündelt. Diese geben im Sommer überschüssige Wärme aus der Kehrichtverwertung via Fernwärmenetz zusammen mit Umweltwärme ans Erdreich ab. Im Winter, wenn der Bedarf gross ist, wird die Wärme wieder aus dem Boden geholt und ins Fernwärmenetz zurückgespeist.
| 1. | Die Energiezentrale Forsthaus speist Wärme ins Fernwärmenetz ein. |
| 2. | Das Fernwärmenetz versorgt Liegenschaften, Gewerbe und Industrie mit klimaschonender Wärme. |
| 3. | Die Energiezentrale Buech speichert im Sommer überschüssige Wärme aus dem Fernwärmenetz in einem unterirdischen Erdsondenfeld. Im Winter speist sie die gespeicherte Wärme ins Fernwärmenetz zurück. |
Damit der saisonale Wärmespeicher die geforderte Kapazität erreichen kann, ist ewb darauf angewiesen, neben dem eigenen Grundstück auch einen Teil der benachbarten Flächen für unterirdische Erdsondenfelder nutzen zu können. Um die Verfügbarkeit dieser Flächen abzuklären, hat ewb Gespräche mit den Grundeigentümer:innen geführt. Dabei haben die Familien Baumann und Begert ihre Bereitschaft für eine Zusammenarbeit bekundet.
Zusammenarbeit mit spezialisierten Firmen und weiteren Fachexperten
Energie Wasser Bern ist es ein zentrales Anliegen, die für den saisonalen Wärmespeicher vorgesehenen Erdsondenfelder mit grösstmöglicher Rücksicht auf die Umwelt zu realisieren. Gleichzeitig sollen Erkenntnisse gesammelt werden, die für die Planung der Sondenfelder sowie für die Entwicklung anderer, vergleichbarer Speicherprojekte genutzt werden können. Dazu arbeitet Energie Wasser Bern unter anderem mit verschiedenen spezialisierten Firmen und mit Fachexperten des Inforama Rütti und der Hochschule für Agrar-, Forst- und Lebensmittelwissenschaften (HAFL) in Zollikofen zusammen. Diese werden den Fokus auf die Frage legen, welchen Einfluss die Erdsonden auf die landwirtschaftliche Bewirtschaftung der Parzellen haben.
Untersuchungen zur Struktur und Beschaffenheit des Bodens
Für die Arbeit der Fachexperten werden Daten des Untergrunds benötigt. Dazu sind verschiedene Bodenbeprobungen geplant. In einem ersten Schritt werden auf dem ewb-eignen Grundstück bzw. an dessen westlicher Grenze zum Grundstück der Familie Begert drei rund 2,5 Meter tiefe Löcher ausgehoben, sogenannte «Profile» oder «Baggerschürfe». Sie dienen dazu, die Struktur und Beschaffenheit des Bodens zu untersuchen. Die drei Löcher werden voraussichtlich am Dienstag, 10. Februar 2026 ausgehoben und – nach der Aufnahme der Daten durch die Fachexperten – am Donnerstag, 12. Februar 2026 wieder vollständig aufgefüllt.
Weitere Untersuchungen ab Mai 2026
Voraussichtlich im Mai 2026 werden auf den Parzellen des geplanten Erdsondenspeichers weitere und umfangreichere Bohrungen für Pilot-Erdwärmesonden, Leitungsbau und Grundwassermessstellen durchgeführt (siehe Karte). Zudem sind im August weitere «Baggerschürfe» auf dem Grundstück der Familie Baumann geplant. Wir werden Sie vorgängig über die geplanten Arbeiten und Termine informieren. Die Erkenntnisse aus den Erkundungsbohrungen dienen dazu, die bisherigen Annahmen aus der Planungsphase für das Vorprojekt zu überprüfen und zu konkretisieren. Das Vorprojekt wird voraussichtlich bis Ende 2026 abgeschlossen.
Projektentwicklung im Dialog
Für Energie Wasser Bern ist klar: Das innovative und zukunftsweisende Projekt eines saisonalen Wärmespeichers kann nur im Dialog mit den benachbarten Grundeigentümer:innen und der Bevölkerung von Buech realisiert werden. Zu diesem Dialog gehört auch eine frühzeitige und transparente Kommunikation. Energie Wasser Bern hat die Bevölkerung bereits früh über die Pläne eines Wärmespeichers in Buech informiert und wird regelmässig zum aktuellen Stand des Projekts kommunizieren.
Kontakt
Energie Wasser Bern
Daniel Kurzo
Projektleiter Energiezentrale Buech
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Pikettdienst Energie Wasser Bern
Telefon 031 321 31 11